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Leitartikel News

Evangelische Kirche im Rheinland fördert freie Bildungsinhalte #OER

Mitarbeitende dürfen „ihre“ Lerninhalte unter freier Lizenz verbreiten

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat beschlossen, die Erstellung offener Bildungsinhalte zu fördern und deren Verbreitung zu unterstützen. Mit der Unterzeichnung einer Dienstvereinbarung setzt die rheinische Kirche als erste EKD-Gliedkirche dies auch konkret um, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erweiterte Nutzungsrechte einräumt. Ab jetzt dürfen in der Arbeitszeit und im Arbeitsauftrag erstellte Lerninhalte von Mitarbeitenden unter einer freien Lizenz eigenständig verbreitet werden.
So kann ab jetzt beispielsweise eine Mitarbeiterin des Zentrums Gemeinde und Kirchenentwicklung in Wuppertal einen Vortrag, den sie auf einem Pfarrkonvent gehalten hat, als Folien online stellen. Ein Pfarrer wählt dann aus diesen Folien einige aus, fügt Inhalte aus seiner eigenen Gemeindepraxis hinzu und benutzt den so erstellten Foliensatz im Konfirmandenunterricht. Diese kombinierten Folien passt eine Religionslehrerin für ihre Unterrichtssituation an und nutzt sie wiederum in der Schule.

„Open Educational Resources“ als Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit

Die Bewegung für offene Bildungsinhalte (Open Educational Resources, kurz: OER) fördert die Verbreitung und Nutzung freier Bildungsinhalte und leistet so einen Beitrag zur Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Die Idee, Bildungsmaterialien vom Lehrbuch über den Online-Kurs bis zur Software unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen, wurde vor gut zehn Jahren in den USA erstmals systematisch umgesetzt. In dieser Zeit wurde auch der Begriff „Open Educational Resources“ geprägt. Im Jahre 2012 hat die UNESCO in ihrer OER-Deklaration von Paris die Unterstützung freier Bildungsinhalte gefordert, da sie weltweit Bildungsgerechtigkeit ermöglichen.
„Digitalisierung ist heute ein Schlagwort, das in vieler Munde ist. Für uns als Kirche bedeutet dies, dass wir bewusst neue Möglichkeiten aufgreifen wollen, die sich nun anbieten“, erläutert Vizepräsident Dr. Johann Weusmann. „Mit dieser Dienstvereinbarung wollen wir im Bereich der rheinischen Kirche daher die Erstellung freier Bildungsinhalte unterstützen, was auch die UNESCO in ihrer OER-Deklaration von Paris gefordert hat“, so Weusmann weiter. Auch theologisch gibt es einen Anknüpfungspunkt für OER: „Solches Kopieren, Verändern, Teilen entspricht dem urchristlichen Gemeindeverständnis und macht sich die Weisheit vieler Menschen zu eigen“, erläuterte der Leiter der Abteilung Bildung, Oberkirchenrat Klaus Eberl, bereits zu Beginn des Diskussionsprozesses, der der Erarbeitung dieser Dienstvereinbarung vorausging.
Der Begriff Open Educational Resources ist dabei weit gefasst, OER sind freie Bildungs-Schätze, d. h. alle Texte, Bilder oder auch Videos, die in Bildungszusammenhängen eingesetzt werden können. Wer solche Inhalte erstellt, kann sie nun für die Nutzung durch die Allgemeinheit freigeben. Dies dient nicht nur der Verbreitung solcher Inhalte, sondern schafft auch Rechtssicherheit in der oft komplizierten Welt digitaler Nutzungsrechte. Wenn etwas als OER veröffentlicht ist, stehen dabei auch die genauen Nutzungsbedingungen fest. Beispielsweise muss die Erstellerin oder der Ersteller als Autorin oder Autor angegeben werden oder wenn jemand sich aus OER-Inhalten bedient, um neue Lerninhalte zu erstellen, müssen die so geschaffenen Inhalte wiederum als OER veröffentlicht werden.

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News

02.12.2015 Stuttgart: OPEN!2015 Konferenz für digitale Innovation

Im Dezember steht Stuttgart ganz im Zeichen der Offenheit. Die OPEN! 2015 stellt die Potenziale und Innovationsimpulse verschiedener Open-Bewegungen vor. Nach der Opening Keynote von Gunter Dueck werden in vier Panels die Themen Open Source, Open Data, Open Educational Resources und offene Geschäftsmodelle diskutiert. Anschließend wird die „Stuttgarter Erklärung“ Ergebnisse und Erkenntnisse zu digitaler Innovation in offenen Strukturen zusammenfassen und verbreiten.
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Medien News

Schmerlenbacher Appell: Freie und offene Lernmaterialien für Flüchtlinge

Offener Brief von OER-Initiativen an die öffentliche Hand

Bildung ist ein Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen. Für das Gelingen spielen professionelle, ehrenamtliche und non-formale Bildungsangebote eine zentrale Rolle.
Die Unterzeichner begrüßen, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein entsprechendes Maßnahmenpaket im Umfang von 130 Millionen Euro angekündigt hat. Auch andere Akteure der öffentlichen Hand sind und werden aktiv, insbesondere um Lernmaterialien für Flüchtlinge entwickeln zu lassen.
Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit entsprechender Maßnahmen zu gewährleisten, fordern die Unterzeichner:

Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!

Materialien mit einer freien Lizenz, sogenannte Open Educational Resources (OER) haben in den letzten Jahren in immer mehr Bereichen Einzug gehalten und werden von UNESCO, OECD, EU-Kommission und auch vom BMBF befürwortet. Wenn Lernmaterialien mit öffentlichen Geldern und für Zwecke des Gemeinwohls finanziert werden, müssen die Hürden für die Nutzung so niedrig wie möglich liegen. Die Grundprinzipien von OER unterstützen das.
Konkret ermöglichen OER zahlreiche Vorteile:

  • Zugang zu Lernmaterialien für alle,
  • Beseitigung von urheberrechtlichen Einschränkungen und Unsicherheiten zu Nutzung, Kopieren, Veränderung und Weitergabe von Materialien,
  • Anpassbarkeit von Materialien an die Bedürfnisse vor Ort,
  • Verbesserung der Qualität durch Weiterentwicklung und Weitergabe („Wikipedia-Prinzip“),
  • Senkung der Kosten für die Nutzung entsprechender Angebote.

Zu Lernangeboten zählen Materialien auf Papier und in digitaler Form, insbesondere auch Lernplattformen, Programme und Apps. Die Unterzeichner sehen folgende konkrete Bedingungen, die an die Mittelvergabe für die Entwicklung von Lernmaterialien gekoppelt werden sollten:

  • Die Lernangebote sollen ohne Hürden zugänglich, also offen, frei und kostenlos im Internet zu finden sein.
  • Die Lernangebote sollen unter einer Lizenz veröffentlicht werden, die im Sinne der Open Definition offen und frei ist.
  • Alle Lernangebote sollen in bearbeitbaren Dateiformaten (bei Software als Quelltext) zur Verfügung gestellt werden, so dass eine Weiterentwicklung möglich ist.

Ferner regen die Unterzeichner an, auf transparente Mittelvergabe zu achten und etablierte Akteure und bestehende Materialien aus dem Bereich OER einzubinden.
Ein Beispiel für den Einsatz von Open Educational Resources für Flüchtlinge ist zum-willkommen.de, ein offenes Portal für den Deutschunterricht mit Flüchtlingen und Asylsuchenden.
Für Anmerkungen, Rückfragen und weiteren Austausch, stehen wir sehr gerne zur  Verfügung.
Schmerlenbach am 1.11.2015
BIMS e.V. | Bündnis freie Bildung | Comenius Institut e.V.rpi-virtuell.net |  edu-sharing NETWORK e.V. | J&K – Jöran und Konsorten | lernox | medialepfade.org – Verein für Medienbildung |  oncampus | open-educational-resources.de – Transferstelle für OER | Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. | refugeephrasebook.de | Schulbuch-o-mat | Serlo | Siemens Stiftung | teachSam.de | Technologiestiftung Berlin | tutory.de | Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.
Kontakt: Karl Kirst und Jöran Muuß-Merholz, kontakt@oer-fuer-fluechtlinge.de


Diese Erklärung entstand am 31.10.2015 beim Treffen von OER-Initiativen in Schmerlenbach bei Aschaffenburg. Wir freuen uns über die Unterstützung dieser Erklärung durch ihre Weiterverbreitung, durch eigene Erklärungen im gleichen Sinne und durch Unterstützung jeglicher Art, die in der Schmerlenbacher Erklärung formulierten Zielsetzungen zu verwirklichen.


Die Erklärung (ohne Unterschriften und Logos) steht unter der Lizenz CC 0. Die Urheber freuen sich, wenn bei der Weitergabe auf den Ursprungsort www.oer-fuer-fluechtlinge.de verwiesen wird.


schmerlenbach-communityBildmaterial: Gruppenbild beim Treffen der OER-Initiativen in Schmerlenbach am 31.10.2015. Das Foto (hohe Auflösung) kann im Rahmen der Berichterstattung ohne Angaben zur Urheberschaft genutzt werden.


 
Verantwortlich: Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet – ZUM e.V. und Transferstelle für OER – Impressum

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Open Educational Resources (OER): Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes

Der Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes zu Open Educational Resources (OER) ist erschienen.

“Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe empfiehlt als vorrangige Maßnahme den Aufbau einer neuen bzw. die Unterstützung bereits bestehender Plattformen im Internet, auf der Verweise zu verschiedenen OER-Quellen und, falls sinnvoll, auch OER-Materialien gebündelt bereitgestellt, gefunden und heruntergeladen werden können.”