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Terra X-Clips unter Creative Commons-Lizenz

Terra X stellt auf den Seiten des ZDF diverse kurze Clips zu Naturphänomenen, UNESCO Welterbestätten, Geschichte, Klima, Physik und Weltraum sowie dem menschlichen Körper zur Verfügung. Darunter zum Beispiel Clips zu

Alle hier gezeigten Fotos und Videos können herunter geladen und weiter verwendet werden, wenn die unten dargestellten Regeln beachtet werden. Regeln für den Einsatz der hier angebotenen Fotos und Videos: Sie dürfen das Material herunterladen, verändern, vervielfältigen und weiter verbreiten, wenn Sie die hier genannten Urheber der Inhalte in angemessener Weise nennen. Die Änderungen müssen so gemacht werden, dass die Aussagen nicht ins Gegenteil verkehrt werden und nicht der Eindruck entsteht, dass die Urheber Sie oder Ihre Werke unterstützen. Es gilt weiterhin das Persönlichkeitsrecht.

Zu den Terra X-Clips
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Digitale Lerneinheit zum Thema "Einsamkeit"

Die Covid-19 Krise, Kontaktverbot zwingen Menschen in ihre vier Wände. Manche erleben ihre Einsamkeit noch intensiver. Aber hat unserer Einsamkeit wirklich etwas damit zu tun? Was ist das überhaupt: Einsamkeit? Kann man auch einsam glücklich sein? Michael Beisel hat den gut gemachten Videoclip “Einsamkeit” aus dem Wissenschaftskanal “Dinge erklärt – Kurzgesagt” von funk zur Grundlage seines neuen H5P Lernmoduls gemacht.

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Wie offene Lehrmaterialien (OER) Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) stärken können

Digitale Plattformen erlauben es, Lehr- und Lernmittel für alle kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Open Educational Resources (OER) sind öffentlich zugänglich, können frei verwendet und weiterverbreitet werden. Wie die Lehrmaterialien und der Ansatz von Bildung für Nachhaltige Entwicklung sich ergänzen können, erklärt René Danz von Engagement Global. Dort werden jetzt bereits Materialien bereit gestellt, die immer weiter ergänzt werden sollen.

Zum Interview mit weiterführenden Links

 

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Make BNE-OER

Schritt für Schritt zum eigenen OER
Dieser Mini-Online-Kurs Make BNE-OER führt  Schritt für Schritt zum eigenen OER im Bereich Globales Lernen/Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Dafür werden keinerlei Vorkenntnisse benötigt.
Der Kurs ist konzipiert für Bildungsakteure in zivilgesellschaftlichen Organisationen, aber kann selbstverständlich auch von allen anderen Interessierten genutzt werden.

Hier geht es zum Kurs
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OER – was wir von Norwegen lernen können

Norwegen ist ein Vorreiter im Bereich Open Educational Resources. Prof. Dr. Frank J. Müller ist durch das Land gereist, um herauszufinden, welche Erfahrungen Norwegen mit OER gemacht hat und wie andere Länder darauf aufbauen können.

Hier ein Interview, in dem er vom praktischen Vorgehen der Norweger berichtet.
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OER und Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Potenziale, Gelingensbedingungen, Herausforderungen und Perspektiven für Schule
Ziel dieser Veröffentlichung ist es deutlich zu machen, dass Open Educational Resources (OER) und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) sich ergänzende tragende Elemente einer guten Schule für das digitale Zeitalter sind. Im Fokus stehen die pädagogischen Möglichkeiten im Bereich Schule, die sich durch OER und BNE ergeben.
Zum einen gibt es in diesem Papier eine übersichtliche und gute Einführung in OER, zum anderen werden Bildungsamterialien zum Globalen lernen angekündigt, die ab September auf EWIK unter OER-Bedingungen veröffentlicht werden.

Zur Veröffentlichung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
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Digitalisierung Leitartikel

Drei Checklisten zur Qualitätsbestimmung und -entwicklung von OER

Wie kann ich sicher sein, dass OER-Materialien von guter Qualität sind? Beim OERcamp im November 2017 in Berlin erarbeiteten die Teilgebenden im Workshop der werkstatt.bpb.de Kriterien für Checklisten zum souveränen und sicheren Umgang mit freien Bildungsmaterialien.
Sie haben sich dabei an drei verschiedenen Bedarfssituationen orientiert:
Bedarfsfall 1: Qualitätscheck für vorhandenes Material
Bedarfsfall 2: Qualitätscheck für selbst erstelltes Material
Bedarfsfall 3: Checkliste zur Qualitätssteigerung vorhandener Materialien
Hier geht es zu dem Artikel mit den Checklisten

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Leitartikel News

Evangelische Kirche im Rheinland fördert freie Bildungsinhalte #OER

Mitarbeitende dürfen „ihre“ Lerninhalte unter freier Lizenz verbreiten

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat beschlossen, die Erstellung offener Bildungsinhalte zu fördern und deren Verbreitung zu unterstützen. Mit der Unterzeichnung einer Dienstvereinbarung setzt die rheinische Kirche als erste EKD-Gliedkirche dies auch konkret um, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erweiterte Nutzungsrechte einräumt. Ab jetzt dürfen in der Arbeitszeit und im Arbeitsauftrag erstellte Lerninhalte von Mitarbeitenden unter einer freien Lizenz eigenständig verbreitet werden.
So kann ab jetzt beispielsweise eine Mitarbeiterin des Zentrums Gemeinde und Kirchenentwicklung in Wuppertal einen Vortrag, den sie auf einem Pfarrkonvent gehalten hat, als Folien online stellen. Ein Pfarrer wählt dann aus diesen Folien einige aus, fügt Inhalte aus seiner eigenen Gemeindepraxis hinzu und benutzt den so erstellten Foliensatz im Konfirmandenunterricht. Diese kombinierten Folien passt eine Religionslehrerin für ihre Unterrichtssituation an und nutzt sie wiederum in der Schule.

„Open Educational Resources“ als Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit

Die Bewegung für offene Bildungsinhalte (Open Educational Resources, kurz: OER) fördert die Verbreitung und Nutzung freier Bildungsinhalte und leistet so einen Beitrag zur Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Die Idee, Bildungsmaterialien vom Lehrbuch über den Online-Kurs bis zur Software unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen, wurde vor gut zehn Jahren in den USA erstmals systematisch umgesetzt. In dieser Zeit wurde auch der Begriff „Open Educational Resources“ geprägt. Im Jahre 2012 hat die UNESCO in ihrer OER-Deklaration von Paris die Unterstützung freier Bildungsinhalte gefordert, da sie weltweit Bildungsgerechtigkeit ermöglichen.
„Digitalisierung ist heute ein Schlagwort, das in vieler Munde ist. Für uns als Kirche bedeutet dies, dass wir bewusst neue Möglichkeiten aufgreifen wollen, die sich nun anbieten“, erläutert Vizepräsident Dr. Johann Weusmann. „Mit dieser Dienstvereinbarung wollen wir im Bereich der rheinischen Kirche daher die Erstellung freier Bildungsinhalte unterstützen, was auch die UNESCO in ihrer OER-Deklaration von Paris gefordert hat“, so Weusmann weiter. Auch theologisch gibt es einen Anknüpfungspunkt für OER: „Solches Kopieren, Verändern, Teilen entspricht dem urchristlichen Gemeindeverständnis und macht sich die Weisheit vieler Menschen zu eigen“, erläuterte der Leiter der Abteilung Bildung, Oberkirchenrat Klaus Eberl, bereits zu Beginn des Diskussionsprozesses, der der Erarbeitung dieser Dienstvereinbarung vorausging.
Der Begriff Open Educational Resources ist dabei weit gefasst, OER sind freie Bildungs-Schätze, d. h. alle Texte, Bilder oder auch Videos, die in Bildungszusammenhängen eingesetzt werden können. Wer solche Inhalte erstellt, kann sie nun für die Nutzung durch die Allgemeinheit freigeben. Dies dient nicht nur der Verbreitung solcher Inhalte, sondern schafft auch Rechtssicherheit in der oft komplizierten Welt digitaler Nutzungsrechte. Wenn etwas als OER veröffentlicht ist, stehen dabei auch die genauen Nutzungsbedingungen fest. Beispielsweise muss die Erstellerin oder der Ersteller als Autorin oder Autor angegeben werden oder wenn jemand sich aus OER-Inhalten bedient, um neue Lerninhalte zu erstellen, müssen die so geschaffenen Inhalte wiederum als OER veröffentlicht werden.

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Digitalisierung Leitartikel

Vater vieler Völker – Urheberrechtsgrenzen überwinden

Abraham – Ibrahim – Avraham… drei Namen aus drei Weltreligionen, aber nur eine Gestalt, die sich dahinter verbirgt: ein Mann mit Ecken und Kanten, mit menschlichen Schwächen und Wünschen. Ein Mann, der sich -auf eine bessere Zukunft hoffend- aufmacht; und diese, wenn es von ihm verlangt wird, doch immer wieder riskiert. Er muss sich oft entscheiden, geht bis an seine Grenzen und ist bereit, auch diese – egal wie viel sie ihm bedeuten!- zu überwinden und neu zu denken. Dafür segnet ihn Gott: Er wird Vater vieler Völker – Segen aller Menschen!

Wo finde ich Medien für einen zeitgemäßen Religionsunterricht?

Wie fast alle Religionslehrkräfte liebe ich meinen Beruf: Mit spannenden Themen wie diesem, die so lebensnah und alltagstauglich sind, kann ich die meisten Schüler begeistern. Dabei gehöre ich in Religion zu den privilegierten Lehrern, die durch BYOD im Unterricht ausprobieren können. Ich experimentiere und kombiniere; ich mische produktive, handlungsorientierte und analytische Ansätze, mit analogen und digitalen Methoden. Meine Schüler basteln, zeichnen, malen, schreiben und präsentieren ihre Ergebnisse mit Hilfe digitaler Möglichkeiten – sie nutzen das beste der analogen und digitalen Welt. Sie nutzen ihre Freiräume dafür, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. ABER immer wieder ist es äußerst schwierig für meine Art von Unterricht die passenden Materialien zu finden.
Die Verlage produzieren textlastige Arbeitsblätter, die oftmals nicht nur mich sondern auch meine Schüler langweilen. Lehrbücher provozieren teils beim bloßen Anblick Ablehnung und töteten die Lust ab, sich mit Abraham auseinander zu setzen. Zielführende Inhalte und Abbildungen sind vielleicht vorhanden, aber Urheberrechte behindern eine flexible Handhabung und engen ein.

OER – Open Educational Resources – Eine Lösungsmöglichkeit

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Materialien dürfen kopiert, vervielfältigt und je nach Lizenz sogar verändert werden. “Herrlich”, dachte ich, wenngleich ich einen Auffrischungskurs bezüglich CC-Lizenzen und Anbieterportalen brauchte. Zur schnellen und effizienten Auffrischung stehen diverse Infografiken – wie diese von Martin Mißfeldt– online zur Verfügung.
Die Materialien sind oftmals ansprechender als so manches Lehrbuch der Verlage. Außerdem sind die OER kostenfrei, was wichtig ist, da es weder Lehrern noch den Schülern und ihren Familien uneingeschränkt zugemutet werden kann, immer Geld zu investieren, um ansprechenden Unterricht zu gestalten. OER sind frei verwendbar und frei zugänglich, technisch auf dem neuestem Stand, frei veränderbar und oft thematisch hochaktuell. Sie unterstützen außerdem offenes Lernen der Schüler, da sie den Zugriff vieler, zur gleichen Zeit erlauben und so neue Formen der Zusammenarbeit entstehen können. “Fantastisch”, dachte ich mir auch im Hinblick dieser Argumente und fing an passende Materialien für meine Zwecke zu suchen.

Die Suche beginnt

Während meiner Recherche wurden mir die Tücken von OER vor Augen geführt: Ich verlor mich in einer Flut an Materialien, ohne passende Bilder für meine Arbeit zu finden. Prof. Dr Eva Matthes bezifferte die Gesamtmenge der freien Materialien auf ca. 900 000, wobei die Dunkelziffer bei weitem höher liegen soll. Diese Materialien sind unübersichtlich verstreut und nicht systematisiert, was einen Umgang mit OER erschwert. Zudem sind es unterschiedlichste Anbieter, die OER – nicht nur für Religionsunterricht!- produzieren: aufgeklärte Kirchen, engagierte Pfingstgemeinden, methodisch versierte Fachleute, engagierte Laien, gemeinnützige Vereine, kommerzielle Organisationen sowie die durch öffentliche Gelder unterstützte Bundeszentrale für politische Bildung und die Lobby großer Unternehmen.
Mehr und mehr hinterfragte ich die Vertrauenswürdigkeit vieler Materialien, da mir bewusst wurde, wie sehr professionelle Layouts und aufwendige Illustrationen kommerzielle oder ideologische Absichten verschleierten. Wollte ich das wirklich in meinem Unterricht haben? Und viel schlimmer: Ich kann aufgrund meiner Ausbildung und meines Wissens ideologische Absichten und wirtschaftliche Interessen in Religionsmaterialien durchschauen. Aber was ist mit meinen fachfremden Kollegen in Religion? Die haben oftmals gar keine Fakultas und können vielleicht gar nicht abwägen, was als vertrauenswürdig einzustufen ist?
Dr. Maren Seiko, Projektverantwortliche im Verband Bildungsmedien, konstatierte zu Recht in einem Video unter biklTV, dass auch Qualitätssicherung durch Spezialisten ihren Preis habe. Und auch Wolf-Rüdiger Feldmann, der stellvertretende Vorsitzender des Verbandes für Bildungsmedien, bekräftigte diese Einschätzung (ebd) und argwöhnte, ob die OER Genehmigungen und Qualitätskontrollen umgehen, die notwendig für qualitativ hochwertige Bildungsarbeit in Schulen und der Sicherung von Standards seien. Diese Einschätzung treffen einen wunden Punkt in OER: Qualitätstandards sind bei OER nicht gesichert und eine kontrollierende und die Qualität garantierende Instanz gibt es nicht. Entsprechend dieser Erkenntnis bedarf es einer Schulung von Lehrkräften darin, qualitativ hochwertiges Material einschätzen zu können oder die Ausweisung und Sammlung vertrauenswürdiger OER an einem Ort, der eine Kontrollinstanz besitzt und somit die Qualität der OER sicher stellt. Dies wäre wohl eine mögliche Aufgabe der Kultusministerien, Behördern und / oder Bildungseinrichtungen. Leider hat aber auch Prof. Dr Eva Matthes mit ihrer Einschätzung Recht, dass das Kultusministerium und seine Behörden sich auf dem Markt wenig auskennen und daher eher wenig für den adäquaten Umgang mit OER gerüstet sind und den Lehrern wenig Hilfestellungen zur Verfügung stellen.
Aber welche Alternative habe ich dann? Arbeitsblätter und Lehrbücher habe ich für meine Ansprüche verwerfen müssen. OER ist zwar oftmals verlockend und von der Idee hervorragend, aber Sichtung und Prüfung erweisen sich als schwierig, wenngleich viele Rohdiamanten in der Materialflut verstreut sind.

Mein Fazit

Ich nutze die Vorteile von OER und besinne mich auf das Wesentliche. Kompetenzvermittlung steht im Zentrum meiner Arbeit und wird von mir verlangt. Im Umgang mit OER nutzte ich – wie dargelegt!- die grundlegendsten Kompetenzen der heutigen Zeit: kritische Prüfung, um Intentionen zu durchschauen. Angesichts der vielen diffusen, fehlerhaften und qualitativ und intentional zweifelhaften Materialien gelangte ich zu der Einsicht: Meine Schüler brauchen kritische Reflektionsfähigkeit. Nicht Wissen, sondern Kompetenz rückt in den Vordergrund – prüfen anstatt glauben! Ich schärfte meinen Schülern ein, keiner Quelle mehr zu vertrauen und immer zu überprüfen. Unter dem Motto: “Vertraut nicht Frau Wenisch!”, lesen sie nun die Geschichten des Vaters vieler Väter wie sie in den heiligen Schriften aus Judentum, Christentum und Islam stehen, finden Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede und überprüfen meine Darstellung der Geschichten in den Comics, die ich mit der Testversion eines Comic-Dienstes (http://www.storyboardthat.com ), bereits fehlerhaft erstellt hatte.
Meine Erfahrung aus der Praxis zeigt: Schülerinnen und Schüler erkennen fachkundig welche Religion welcher Darstellung in den Comics Pate standen; woher besondere Charakterzüge der Protagonisten stammen. Meine Schüler sind gut! Sie lesen kritisch, finden viele Fehler und lassen sich nicht täuschen. Sie verbessern mich kompetent und überführen mich gnadenlos. Sind sie damit fertig, zeigen sie mir, wie man richtig mit den Geschichten des Vaters vieler Völker umgeht! Auch sie machen sich auf den Weg, überwinden Grenzen, experimentieren, probieren aus und mischen. Sie geben sich Feedback und reflektieren dabei kritisch – immer im Dialog miteinander, mit mir und mit ihren Eltern. Meine Intention dabei ist durchschaubar: Durchschauen die Kinder meine mit Mängeln gespickte aber visuell doch recht ansprechend gestaltete Darstellung, werden sie bald auch in der Lage sein, andere zu durchschauen, die sie manipulieren wollen, und das ist genau die Kompetenz, die ihnen – hoffentlich!- zum Segen wird.

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Wie richtet man einen Online-Minetest-Server ein?

Minetest ist eine feine Sache und kann nicht nur Kindern stundenlange Spielfreude bereiten. Auch für Bildungszwecke lässt es sich einsetzen (siehe dazu Minetest mit Konfis). Aber wenn die Session vorbei ist, kann keiner mehr zu Hause daran weiter arbeiten. Oder gibt es vielleicht doch eine Lösung? Klar – einen Server einrichten. Was kompliziert klingt, ist es nicht, wenn man die genauen Schritte kennt. Und das Ganze ist nicht mal teuer. Für unter 5 Euro im Monat ist das zu haben, jederzeit kündbar.
Und so habe ich es gemacht: Man mietet sich den billigsten vServer bei Hetzner (https://www.hetzner.de/hosting/produkte_vserver/cx10) für derzeit 4,64 Euro im Monat. Die Einrichtung geht ziemlich schnell, wenige Stunden nach der automatisierten Anmeldung, die auch am Wochenende funktioniert, kann man schon loslegen. Bei der Einrichtung habe ich ubuntu gewählt, da kenne ich mich am besten auch. Debian ist für Experten auch eine gute Wahl.

Den Server steuern

minetestserverErst einmal muss man sich einloggen. Das geht per ssh. Unter Linux: ssh root@zugewiesene-IP, dann Passwort eingeben. Unter Windows wird meist PuTTY als
ssh-Client empfohlen (http://www.putty.org/). Und dann hat man die volle Kontrolle – aber oh Schreck: nur auf einer Kommandozeile. Wie man sich da zurechtfindet, kann ich hier nicht ausführlich erklären. Ein paar Befehle sollte man schon beherrschen (cd, ls, top, ps -A) sind die wichtigsten.
Nun aktualisiert man mit apt-get update die Paketquellen und installiert den minetestserver mit apt-get install minetestserver .

Den Server starten

Der Mintestserver ist leicht gestartet: einfach minetestserver eingeben, dann startet er mit der vorgegebenen Welt, die im Unterverzeichnis /root/.minetest/worlds/world liegt. Nun kann man sich mit einem beliebigen Minetest-Client auf dem Server anmelden. Die IP-Adresse ist die IP des Servers, der Port 30000.

Die Konfigurationsdatei minetest.conf

Nicht jeder wird mit der Standard-Ausgangswelt glücklich. Im Unterverzeichnis worlds kann man andere Welten hochladen, die bereits erstellt wurden. Am besten geht das per FTP (Filezilla, Port 22, u. U. muss vorher noch mit apt-get install vsftpd ein sicherer ftp-Server installiert werden).
Die wichtigsten Einstellungen nimmt man in der Datei minetest.conf vor, die man neu anlegen muss im Verzeichnis .minetest/ (der Punkt vor minetest bedeutet, dass dies ein versteckter Ordner ist, auf der Kommandozeile macht das aber keinen Unterschied).
Leider scheint der Server die config-Datei nicht automatisch zu erkennen, deshalb muss man sie beim Starten ausdrücklich mit angeben. Ebenso die gewünschte Spielwelt mit vollem Dateipfad (da bin ich mehrfach daran gescheitert, weil er dann einfach eine gleichnamige Spielwelt im aktuellen Verzeichnis anlegt.
So sieht meine minetest.conf derzeit aus:
creative_mode = true //startet die Welt im Kreativ-Modus
enable_damage = false //startet eine friedliche Welt, in der man niemand wehtun kann
server_announce = false // wenn man hier true eingibt, kann jeder Client die Welt über die öffentliche Serverliste finden und spielen
port = 30000 // bin mir nicht sicher, ob das nötig ist; könnte evtl. sinnvoll sein, den Port zu ändern, wenn man gezielten Portscans entgehen will
static_spawnpoint = -9,1,-172 // das führt dazu, dass jeder, der neu in de Welt kommt, an diesem Startpunkt herauskommt
disallow_empty_password = true // ein Passwort wird zur Pflicht
Der Befehl zum Starten des Servers sieht dann in etwa so aus:
minetestserver –config ~/.minetest/minetest.conf –world ~/.minetest/worlds/WUNSCHSPIELWELT
~ steht für das Benutzerverzeichnis. Man kann auf dem Server auch /root/ dafür angeben.

Wer ist der Chef? – Privilegien

Normalerweise ist man bei Minetest als Serverbetreiber mit grafischer Oberfläche selbst der Chef im Ring und hat alle Privilegien. Bei der puren Servervariante ist das etwas umständlicher. Am einfachsten ist es, sich einmal als Nutzer anzumelden, den Server zu stoppen (Ctrl. + C), die Benutzerpivligien in der Datei auth.txt mit einem Editor manuell anzupassen. Dort stehen viele kryptische Zeichen, irgendwann kommt „interact,shout“, da hängt man einfach die gewünschten Privilegien an (es reicht eigentlich „privs“ mit denen man sich und anderen alle Privilegien erteilen kann, man kann auch gleich „fly“ dazuschreiben, über den Wolken ist die Freiheit einfach größer.

Offene Fragen

Dieser Minetest-Server ist für mich ein Experiment. Was mir noch unklar ist:
a) Wie viel ausgehenden Traffic verursacht das Minetest-Zocken? Bei Hetzner heißt es zu diesem Thema:
*Der Trafficverbrauch ist kostenlos. Bei einer Überschreitung von 2 TB/Monat wird die Anbindung reduziert (Berechnungsgrundlage ist ausschließlich der ausgehende Traffic. Eingehender und interner Traffic wird nicht berechnet). Optional kann für 1,39 € je weiteres TB die Limitierung bei Überschreitung des Inklusivtraffics aufgehoben werden.
Leider gibt es keine Aussage dazu, auf welche Geschwindigkeit reduziert wird. Das müsste man mal ausprobieren, ob der Server dann noch spielbar ist.
b) Wie viele Spieler gleichzeitig verträgt ein solcher Server? Ich tippe darauf, dass es kaum mehr als 30 sein werden, habe aber keine Erfahrungswerte. Vielleicht gibt es einen Experten, der das hochrechnen kann? Falls die Kapazität nicht reicht, muss man halt den nächst größeren vServer mieten, der doppelt so viel Arbeitsspeicher mitbringt (und auch fast doppelt so teuer ist).

Ausprobieren

Gerne darf man meine Welt ausprobieren, ich lasse den Server mal eine Weile laufen. Einfach Minetest herunterladen (siehe dieser Beitrag), auf den „Client“-Tab gehen, die Server-Adresse 78.47.103.85 eingeben, bei Port 30000 , einen Benutzernamen und ein Passwort (lt. minetest.conf bei mir Pflicht, macht Sinn, damit Leute nicht so leicht aus Versehen oder absichtlich eine fremde Person kapern) eingeben – und los gehts. Da ich ein Backup der Welt habe, kann man sich gern austoben. Ich bin gespannt, was aus diesem Allmende-Projekt wird und ob es tragisch endet (zur Tragik der Allmende siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende) oder hoffnungsvoll.
Übrigens kann man Minetest auch auf dem Handy oder Tablet spielen. Um mal in eine Welt reinzuschauen, ist das ganz nett, auch wenn die Bedienung etwas umständlicher ist als am PC. Für android gibt es das hier: https://play.google.com/store/apps/details?id=net.minetest.minetest
Erst recht freue ich mich über Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge für diesen Artikel unten in den Kommentaren oder wo auch immer. Was muss man noch erklären, welche Einstellungen fehlen noch?

Links

Schöne Wiki-Einführungsseite von Birgit Lachner (wir kennen uns aus der netten Facbook-Gruppe Minecraft/Minetest und Bildung (für Lehrer/Pädagogen), sie betreibt auch einen eigenen Blog als superlehrer neben den vielen Wiki-Seiten, die sie erstellt) zu Minetest in der Schule: http://wiki.minetest.net/Minetest_in_der_Schule
So kann man einen Minetestserver auf einem Raspberry Pi einrichten:  http://wiki.minetest.net/Minetest_in_der_Schule/RaspberryPi-Server_anlegen_und_einrichten
Sinnvolle Minetestserver-Einstellungen: http://wiki.minetest.net/Minetest_in_der_Schule/Einstellungen_am_Server_vornehmen_und_Einrichten
 
 
Source: Wie richtet man einen Online-Minetest-Server ein?