Aus einem Gespräch zwischen Miriam Meckel und Angela Merkel am Vorabend der Konferenz “Morals & Machines” in Berlin
(Im Video ab Minute 9):

Welche Frage an das Universum hat Sie als Physikerin am meisten fasziniert?
“Als ich in der DDR aufwuchs, ging das mit Juri Gagarin, dem ersten Kosmonauten, los: Wo ist Gott? Gibt es Gott? Ist Gott sichtbar? Der Mensch hat Bilder von Gott. Dieser verschwimmen naturwissenschaftliche Erkenntnisse verschwimmen sie natürlich immer mehr. Trotzdem kann ich daran glauben, dass es Gott gibt. Für uns als Menschen ist es begrenzend, dass wir eine gewisse Demut haben und auch Fehler machen können. Nur weil ich Gott nicht irgendwo im Universum auffinde, kann es ihn trotzdem geben.”
Es gibt Menschen im Silicon Valley, die sagen: Gott ist eigentlich ein Datensatz, eine Art künstliche Intelligenz.
“Da wäre ich jetzt vorsichtig. Wir Menschen haben durch die gesamte Geschichte hindurch immer wieder versucht, uns ein Bild von Gott zu machen. Dieses Bild wandelt sich. Dass die Menschen im Silicon Valley anders darüber denken als die Urchristen in Rom, das wundert mich nicht. Aber auch das Bild der Menschen im Silicon Valley wird nicht das letzte sein. Immer wandelt sich das Bild von Gott und trotzdem ist Gott als eine transzendente Größe, eine andere Ebene, da. Jedes Bild von Gott wird ein vorläufiges und unvollkommenes sein.”


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