Dokumentation von Tabea Hosche, Deutschland 2016, 44 Minuten, Farbe, FSK: LEHR, Matthias-Film
Tabea Hosche und ihr Mann Laszlo haben eine behinderte fünfjährige Tochter Uma und die dreijährige gesunde Tochter Ebba. Uma hat eine seltene, angeborene Krankheit – sie hat einen sehr kleinen Kopf, eine leichte geistige Behinderung und ist auf beiden Ohren schwerhörig (weshalb die Eltern mit ihr teilweise zusätzlich in Gebärdensprache kommunizieren). Zudem hat sich bei Uma im Vorschulalter eine Epilepsie entwickelt.
Das Badezimmer-Gespräch zwischen Mutter Tabea und ihren beiden Töchtern – für rpi-virtuell dank Matthias-Film eigens bereitgestellt –  offenbart seinen eigenen Humor. Dabei gehört das Windel-Thema sicher noch zu den harmloseren Szenen im Film, in dem sich die Eltern schonungslos offen auch am Rand ihrer Kräfte zeigen.

Ein sehr authentischer und emotional dichter Dokumentarfilm, der nicht nur für erwachsene Zielgruppen schwer auszuhalten ist. Glück, Leid, Trauer und Wut liegen sehr nahe beieinander, wenn die Filmemacherin den eigenen Familienalltag mit ihrem Kind zeigt,  das mit mehrfacher Beeinträchtigung klarkommen muß. Und doch: der Film ist geradezu notwendig, weil er ehrlich ist und mit mancherlei Schonhaltungen und Tabus aufräumt. Gerade ungeschminkte, in ihrer Dramatik und ihrem Witz treffend ausgewählte Szenen aus dem aufreibenden Leben mit Uma setzen auch bei Schüler*innen eine Menge Empathie frei – berühren sie doch eigene Erinnerungen an Familie und Erziehung. Den Sieg des Lebens feiert der Film so, dass sicher auch Jugendliche vor die Frage gestellt werden, ob sie es mit dem Leben auch aufnehmen wollen, wenn es wie hier durch hohe Belastungen gekennzeichnet ist.  Das Begleitmaterial deckt den Bedarf für Ausbildungsgänge in heilpädagogischen Berufen und für die Elternarbeit ab, macht aber auch Angebote ab Klasse 9. Solide Basisinformationen sowie ein erhellendes Interview mit der Filmemacherin runden es ab.


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