Film des Monats April, ausgewählt von der Jury der Evangelischen Filmarbeit
Mit „Die andere Seite der Hoffnung“ knüpft Aki Kaurismäki an seinen letzten Film „Le Havre“ an, der ebenfalls um die Frage kreiste, wie die Menschen in Europa auf die Flüchtlinge aus den südlichen Krisengebieten reagieren. Neu ist, wie dezidiert Kaurismäki die Geschichte von Khaled ans aktuelle politische Geschehen anbindet – der Meister des Märchenhaften und Metaphorischen mischt hier Nachrichtenbilder vom zerstörten Aleppo in seine schön komponierten, farbsatten Tableaus und lässt seinen Protagonisten so ruhig und präzise aus seinem Leben erzählen, dass das Elend der Migration sehr real wird. Skurril und stilisiert erscheint dagegen das finnische Personal des Films, die Gesellschaft um den Kneipier Wikström. Aber auch diese Menschen haben ihre eigenen Sorgen und Nöte – sie leben in prekären Verhältnissen, und es fehlt ihnen an Erfahrung im Umgang mit anderen Kulturen. Indem Kaurismäki diese sehr unterschiedlichen Welten verbindet und überblendet, konterkariert er die Vorstellung vom Clash der Kulturen, von der Zuwanderung als Anschlag auf die westliche Lebensart. Und das „Märchenhafte“, die wundersame Selbstverständlichkeit, mit der dem Flüchtling hier geholfen wird, sagt: Humanität erweist sich in der Praxis. (Jury der Ev. Filmarbeit)
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