Laberfach von Vorgestern? Religion in der Schule auf dem Prüfstand

Bayern setzt weiter auf getrennten Religionsunterricht. Katholisch, evangelisch, an manchen Schulen gibt es Islamunterricht. Der Rest geht in Ethik. Ist das noch zeitgemäß? Oder brauchen wir einen Unterricht der Weltreligionen? Diskutieren Sie mit!

Stand: 20.10.2016

Holzstich: Kurfürst Johann Georg von Brandenburg in einer Schule, um 1800 | Bild: picture alliance/akg-images

Religionsunterricht ist kein Schulfach wie Deutsch, Mathe oder Englisch. Denn er wird konfessionell angeboten, das heißt: Die Religionsgemeinschaften verantworten die Inhalte. Kritikern zufolge ist das Modell längst überholt. Allen voran die Kirchen verteidigen das Modell aber, die Evangelische Kirche zuletzt in einer Denkschrift von 2014.

Was denken Sie? Wäre ein Unterricht der Weltreligionen eine Lösung? Diskutieren Sie mit – Theo.Logik gibt Ihnen ein paar Argumente an die Hand.

Unterricht der Weltreligionen – Pro und Contra

 
Konfessioneller Religionsunterricht verengt den Blick zu sehr auf eine Religion: Jeder sieht nur seine Wahrheit.
Der Religionsunterricht ist im Grundgesetz verankert. Während jedoch die Väter des Grundgesetzes vor allem den evangelischen und katholischen Religionsunterricht vor Augen hatten, ist die religiöse Landschaft in Deutschland heute differenzierter.
Ein überkonfessioneller Religionsunterricht ermöglicht, dass Schüler unterschiedlicher Konfessionen miteinander über Religion ins Gespräch kommen.

“Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, wir können nicht länger so tun, als ob wir unser ganzes Leben nur Katholiken treffen würden.”

Franziska Holzfurtner, Bloggerin (gardinenpredigerin.wordpress.com)

 
Die Nationalsozialisten nutzten den Religionsunterricht dazu, ihre Ideologie zu verbreiten. Deshalb ist der Religionsunterricht nicht Sache des Staates, sondern der Kirchen.
Es gibt beim Thema Glauben keine Neutralität. Glaube ist immer an eine konkrete Konfession gebunden, deshalb macht ein überkonfessioneller Unterricht keinen Sinn.
Die Lösung in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft kann nicht sein, alles zusammenzuschmeißen. Wenn man in eigenen Religion Bescheid weiß, hat man auch Verständnis für die Bindung anderer Menschen an ihre Religion.

“Wenn man in den Fußballbereich geht, ist das auch so, dass Menschen sich zu einem Verein bekennen – es heißt ja ‘confessio’. Es gibt einfach eine Verbundenheit mit dem Verein.”

Religionspädagoge Manfred Rieger, LMU München

Zur Sendung: Theo.LogikWie sinnvoll ist “Religion” in der Schule?

24.10.2016 – 21:05 bis 22:00 Uhr

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