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Theologisieren mit Jugendlichen: Eine Timeline des Scheiterns – forgiven not forgotten

Die neue Facebook-Timeline listet alle schönen Lebensereignisse von der Geburt bis zum Logout auf. Doch was ist mit den Erlebnissen des Scheiterns und Versagens? Hier einige Lernimpulse zum Thema Schuld und Vergebung im digitalen Zeitalter:

 
Geburt, schöne Kindheitserlebnisse, Erfolge in der Ausbildung, romantische Partnerschaft und eine fröhliche Familie – Die Gestaltung der digitalen Identität auf facebook feiert vor allem deren Höhepunkte und eine positive Selbstdarstellung. Auch die Werbevideos, die zur Erstellung der persönlichen Biografie einladen, fokussieren vorrangig auf die Themen, die vordergründig das Leben auszumachen scheinen. Misserfolge, Krankheit oder Tod sind in den Profilen der sozialen Netzwerke eher nicht zu finden:
 
 
httpv://www.youtube.com/watch?v=hzPEPfJHfKU
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Manchmal läuft auch etwas schief, doch letztlich wird wieder alles gut:
httpv://www.youtube.com/watch?v=DpW2SKNfgK0
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Didaktische Vorüberlegung:
Psychologische und systemtheoretische Theorien betrachten die Schulderfahrung als grundlegend und andauernd im menschlichen Lebensprozess. Gemeinsam erklären die Theorien die Schulderfahrung aus einer strukturell bedingten Diskrepanzerfahrung der menschlichen Innenwelt, der Diskrepanz zwischen inneren Sollwerten und der Selbstwahrnehmung vom eigenen Wollen und Handeln – als “schmerzliche Wahrnehmung eines Grabens zwischen dem individuellen Sein und seiner (möglichen) Bestimmung” (H. Schmidt: Didaktik des Ehtikunterrichts I, Stuttgart 1983, 167-175).
Als mögliche Fragestellung ergibt sich hieraus:
Wie gehen Schülerinnen und Schüler mit der persönlichen Erfahrung des Scheiterns um und welche Öffentlichkeit ist für Erlebnisse des Scheiterns und für Schuldeingeständnisse angemessen?

Methodischer Impuls
Die Schülerinnen und Schüler sind dazu herausgefordert, (vorstellbare) Begebenheiten des Scheiterns und der Schuld in einen Zeitstrahl, [Arbeitsblatt “gracebook” (pdf) ] einzutragen und zu kommentieren.

  • Was würdet ihr niemals in einem sozialen Netzwerk posten?
  • Welche persönlichen Einträge von anderen habt ihr schon beobachtet, die eher zum “Fremdschämen” waren.
  • Was kann man zwar online stellen – aber nur für einen eingeschränkten Personenkreis?
  • Wie werden Eingeständnisse der Schuld und Erlebnisse des Scheiterns von Freunden kommentiert?
  • Wie geht ihr selbst und wie geht Gott mit Erfahrungen und Gefühlen des Scheiterns und der Schuld um?

Ideen zur Weiterarbeit:

Dieser Artikel darf ergänzt, verändert, kopiert und weiterentwickelt werden.  

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