Kinder dürfen nach Auffassung der Osnabrücker Bildungsexpertin Renate Zimmer nicht zu früh mit zu vielen Bildungsinhalten überfrachtet werden. Die Erwartungshaltung vieler Eltern, dass Jungen und Mädchen schon im Kindergarten zum Beispiel eine zweite Sprache lernen sollten, sei deutlich zu hoch, sagte die Sportwissenschaftlerin am Donnerstag im epd-Gespräch: “Damit stiehlt man den Kindern ein Stück Kindheit.” Zimmer ist Organisatorin und Leiterin des bundesweit größten Kongresses zum Thema Kindheit vom 17. bis 19. März in Osnabrück.
Unter dem Titel “Bewegte Kindheit” präsentiert die bereits zum siebten Mal stattfindende Tagung neueste Forschungsergebnisse und praktische Handlungsanleitungen. In 180 Veranstaltungen werde gezeigt, wie durch das Medium Bewegung die kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder unterstützt werden könne, betonte die Expertin. Schwerpunkte seien etwa die bewegungsorientierte Sprachförderung, eine differenzierte Betrachtung der Bewegungsbedürfnisse von Jungen sowie die Anforderungen für Kinder unter drei Jahren.
Es gehe ihr nicht darum, mehr sportliche Disziplinen oder gar Fächer im Kindergarten unterzubringen. Bewegung sei vielmehr ein Thema, das die Basis für allen anderen Bereiche im Kindergarten bilde: “Es kommt darauf an, den Alltag so zu gestalten, dass über die Bewegung die anderen Bildungsziele erreicht werden.” Denn die Entwicklung und Selbstbildung von Kindern vollziehe sich zuallererst durch Bewegung wie Krabbeln, Laufen, Greifen, Hüpfen, Balancieren. “Indem wir das fördern, geben wir ihnen ein Stück Kindheit zurück.”
Deutlich werde das vor allem in den Kinderkrippen, sagte Zimmer, die auch Direktorin des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung ist. Kinder unter drei Jahren seien noch stärker auf Körperlichkeit und Bewegung bezogen: “Sie erobern sich Räume über Bewegung.”
epd lnb fu
Quelle: www.contentpool.evangelisch.de

Kategorien: News

1 Kommentar

GAby · 25. März 2011 um 10:06

Eine mutige Stimme – auch entgegen dem, was in der Kirche oft zu hören ist. Bildung passiert eben nicht nur in KiGa und Schule, sondern auch Zuhause, in der Familie, in Vereinen oder einfach nur so!

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