Überwindung der Digitalen Kluft ist eine zutiefst evangelische Aufgabe. Dazu gehört die Befähigung zur Teilhabe an öffentlichen Meinungs- und Wissungsbildungsprozessen ebenso wie frei zugängliche Bildungsressorucen. rpi-virtuell kann durchaus als evangelische Intervention gegen eine wachsende Kommerzialisierung von Bildungsressourcen verstanden werden.

“Digital Divide” -die “digitale Spaltung” – beschreibt die Beobachtung, dass nicht alle Menschen gleichermaßen Zugang zu den digitalen Informations- und Kommunikationsangeboten haben. Diese Chancenunterschiede haben gesellschaftliche Auswirkungen, weil moderne Kommunikationstechniken soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen sowie gesellschaftliche und politische Teilhabe ermöglichen. Interaktive Technologien, meist unter dem Schlagwort „web 2.0“ versammelt, verdeutlichen den Zusammenhang von (Wissens-)Bildung und Kommunikation. Die Benutzer/innen nehmen Inhalte nicht nur zur Kenntnis, sondern gestalten sie mit bzw. produzieren sie selbst, generieren Erfahrungswissen und reflektieren es in feldbezogenen Communities.
Die Diskussion um die digitale Spaltung nimmt inzwsichen auch die Kompetenzen in den Blick, die zu erwerben sind, um an Bildungsprozessen teilhaben zu können. Zwar verfügen nahezu 100% der deutschen Haushalte über eine Internetanschluss, dennoch bestehen weiterhin Ängste und Unsicherheiten gegenüber der Nutzung der neuen Medien mit Blick auf die Beteiligung an Bildungsprozessen. Die Rede von der „Weisheit der Masse“ und der Demokratisierung im Internet mag auf Online-Märkte zutreffen; an dezidierten Online-Bildungsangeboten beteiligen sich bisher nur bildungsnahe Bevölkerungsteile.
Technisch wurde in den letzten Jahren Einiges entwickelt, um die fülle des Mediums durch einfache Bedienung jedem zugänglich zu machen. Internetgestützte Applikationen (Bild-, Video-, Textverarbeitung und Desktoppublishing) sind mittlerweile sogar einfacher zu bedienen, als die auf dem dem Computer installierte Software. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten zur vereinfachten Kooperation und insbesonder auch für Bidungsaktivitäten. Natlos lassen sich die umfänglich vorhanden en Dokumente aus Gegenwartskultur und aktueller Wissenschaft in jedem Bildungskontext nutzen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass „Lernformen, die stärker informelles Lernen betonen, in der Tendenz dazu beitragen, sozialer Selektivität in der Weiterbildung entgegenzuwirken und die Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen.“ (Kompetenzerwerb in der Arbeit: herausgegeben von Peter Dehnbostel,Uwe Elsholz,Julia Gillen , Berlin, sigma, 2007, Seite 199) Diese positiven Entwicklungen lassen ahnen, wie das Internet auch zu einer gerechteren Bildungsteilhabe beitragen kann.
Allederdings ist in den letzten Jahren zugleich ein wachsender Trend zur Kommerzialisierung festzustellen, beispielhaft diskutiert an Apple-Produkten wie iPad, Hand in Hand mit den Verwertungsgesellschaften. Lernplattformen, für deren Zugang Schüler zahlen müssen, lassen ahnen, dass der freie Zugang zu Kultur- und Bildungswerken weiter eingeschränkt werden soll.
Aus dem evangelischen Bildungsverständnis ergibt sich die Aufgabe, an der Überwindung der digitalen Spaltung mitzuwirken (Vgl.: EKD-Denkschrift ” Maße des Menschlichen.”, 2003). rpi-virtuell stellt daher für Lernende und Lehrende, für Jugendliche und Erwachsene im Bereich der Religionspädagogik niederschwellige Präsenz- und Online-Angebote bereit, die sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten eröffnen und zu einer schrittweisen Kompetenzentwicklung beitragen. Hierzu gehören eine Vielzahl formaler und informeller Lernangebote. rpi-virtuell selbst war von Anfang an als “Mitmach-Plattform” konzipiert, in der Lehrende und Lernende auf verschiedenen Niveaus miteinander in einen selbstbestimmten Lernprozess eintreten können.

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