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Ilse Wehrmann: Kindergeld kürzen für mehr Investitionen in Kitas

Die Sachverständige für Frühpädagogik, Ilse Wehrmann, hat gefordert, Eltern weniger Kindergeld auszuzahlen und dafür deutlich mehr in die Kindergärten zu investieren. Deutschland habe das höchste Kindergeld in Europa und zugleich die schlechteste Infrastruktur bei der öffentlichen Kinderbetreuung.
Die Expertin aus Bremen schlug im Deutschlandradio Kultur vor, 15 bis 20 Euro weniger Kindergeld zu zahlen und dafür eine “verlässliche Infrastruktur” zu schaffen. Die ehemalige Vorsitzende der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder warb außerdem dafür, bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für die Kindergärten zu schaffen. Derzeit gebe es für die Kinder keine Chancengerechtigkeit, weil die Kommunen den Betreuungsschlüssel beim Personal nach ihrer Haushaltslage bestimmten. Momentan entscheide die Finanzkraft der Kommune und die “Einsicht des Bürgermeisters” über die Entwicklung von kleinen Kindern, kritisierte sie. “Hier bricht uns der Föderalismus das Genick”, sagte Wehrmann.
Bei der Betreuung von Kindern gibt es nach Wehrmanns Angaben hierzulande ein großes Nord-Süd- und ein Ost-West-Gefälle. Der Süden investiere sehr viel mehr in die Kinderbetreuung als die nördlichen Bundesländer. Wehrmann verlangte, zukünftig auch die Qualität der Kindergärten zu überprüfen. Hier müsse es rasch einen Paradigmenwechsel geben. Noch gelte bundesweit, je kleiner die Kinder, desto schlechter ausgebildet sei das Personal.
epd db rks

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