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Julia Born – Einsichten, Einblicke, Rückblicke.

Julia Born wird ab September wieder an einer Realschule im Freistaat Bayern arbeiten. Frank Wessel hat sie zum Abschied von ihrer hauptamtlichen Tätigkeit für und bei rpi-virtuell.net interviewt.

November 2001: "Internetportal für den Religionsunterricht" geplant

Erinnere dich mal zurück: Wie bist du eigentlich zu rpi-virtuell gekommen?

Oje, das ist bereits graue Vorzeit … Ich war ja als Referentin beim RPZ Heilsbronn sehr aktiv im Internet und habe Online-Handreichungen für den neuen Religionslehrplan an der bayerischen Realschule bereit gestellt. Im November 2001 lud mich Joachim Happel zu einem ersten Treffen ein, bei dem ein Internetportal für den Religionsunterricht geplant wurde.

Die Idee hat mich überzeugt. Joachim ist mir damals aufgefallen als jemand, der sehr genau zuhörte, welche Wünsche und Vorstellungen die Kolleginnen und Kollegen mitbrachten. Tja, ich blieb bei dem Projekt, und bei der ersten rpi-Fachtagung in Leinefelde im Jahr 2002 merkte ich, dass rpi-virtuell ein großes Aufgabenfeld war für jemand mit meinem Profil.

Und dann hast du ab 2005 hauptamtlich für rpi-virtuell gearbeitet. Wo lagen deine Schwerpunkte?

Ich habe mich um die Online-Redaktion gekümmert und die News auf der Startseite herausgegeben. Dazu kamen 2006 das Magazin Themenwochen Online-Lernen. Ich habe mich um die Öffentlichkeitsarbeit gekümmert. Ich habe versucht, die Interessierten und Engagierten in der Community mit ihren ganz unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielsetzungen anzusprechen und sie bei der Umsetzung ihrer Wünsche und Pläne zu unterstützen. Und schließlich hat mich das Online-Lernen mit all seinen Facetten begeistert.

Leitbild: Vielfältige Gaben – Priestertum aller Gläubigen

Das ist ziemlich viel für eine Person. Was hat dir denn am meisten Spaß
gemacht?

Leitbildprozess 2008 - AusschnittDie Entwicklung der Plattform und der Menschen zu begleiten. So viele Kolleginnen und Kollegen haben ihre Fragen, Interessen, Erfahrungen und Kompetenzen eingebracht. Es hat mich immer wieder beglückt, was sich daraus entwickelt hat – in Beiträgen zu rpi-virtuell, in Online-Seminaren und Artikeln.
Das spiegelt unser 2008/2009 entwickeltes Leitbild: "rpi-virtuell orientiert sich an dem paulinischen Bild von den vielfältigen Gaben und erkennt die Kompetenz von Unterrichtenden im Sinne des Priestertums aller Gläubigen an."

Ich hatte unglaublich viele bereichernde Kontakte und Begegnungen. Ein großes Dankeschön an alle KollegInnen und FreundInnen, mit denen ich Freude und Engagement teilen konnte!

Gab es auch etwas, das du bedauerst?

Tja, natürlich läuft nicht alles immer hundertprozentig nach Plan, das ist normal. Eines tut mir wirklich Leid: rpi-virtuell ist ein großartiges Unterstützungsangebot für Religionslehrkräfte. Und die religionspädagogischen Institute und die StudienleiterInnen können das Serviceangebot von rpi-virtuell für sich selbst nutzen als Bereicherung und Entlastung. Ich weiß schließlich, wie viel man bei einem RPZ zu tun hat – da ist jede Zuarbeit eine Hilfe.

Leider haben manche StudienleiterInnen dies Unterstützungsangebot für sich noch nicht entdeckt. Und manche Institute finden gar nicht aus der Konkurrenzangst heraus. So werden Ressourcen verschenkt und Synergieeffekte verhindert. Das finde ich sehr schade.

"Inspirierende und bereichernde Umgebung rund um den Religionsunterricht"

Wie geht es denn jetzt für dich weiter?

Nach elf Jahren ohne Schule bin ich dabei, den Lehrplan zu sichten. Und ich denke darüber nach, was ich ausprobieren will. Die Themenwochen Online-Lernen haben mich mit einer Menge methodischer Ideen versorgt. Es wird zum Beispiel spannend, die Arbeit mit Kompetenzrastern und die Tipps von Martin Wellenreuther zu erproben. Natürlich ist auch die eXpedition schon fest vorgemerkt.
Ich werde an einer großen Realschule im Umland tätig sein, in der auch ReferendarInnen ausgebildet werden. Da gibt es also ein reiches Betätigungsfeld.

Andreas Ziemer, Julia Born, Stefanie SchillingDeine Idee für rpi-virtuell im Jahr 2020?

Lebendig, vielseitig, kollegial, spannend! Nach der Schule treffe ich mich dort online mit Kolleginnen und Kollegen, mit Freundinnen und Freunden, mit interessierten Schülerinnen und Schülern. Zum Plaudern, zum Austauschen von Ideen, zum Entwickeln von Projekten. Eine inspirierende und bereichernde Umgebung für alles rund um den Religionsunterricht und Schule.
Nur auf den Replikator für virtuellen Espresso werden wir vielleicht noch warten müssen, falls Joachim und Christoph den bis dahin noch nicht hinkriegen  ;-).

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