Akademikerkinder haben bundesweit eine fast dreimal so
große Chance, eine Empfehlung für den
Besuch des Gymnasiums zu bekommen, wie Kinder aus der Mittel- und
Unterschicht. Dies geht aus einer Sonderauswertung der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) durch den Schulforscher Wilfried Bos von der TU Dortmund hervor. "Bei nahezu gleicher Punktzahl bei den Tests erhielten die Kinder vollkommen unterschiedliche Empfehlungen", so der Schulforscher in der Sächsischen Zeitung.

Besonders groß ist die Ungerechtigkeit im Saarland, in Sachsen, Hessen und Bayern. Praktisch keine Unterschiede gibt es in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

  • Sächsische Zeitung:
    Herkunft entscheidet über Gymnasialbesuch
    – 21.04.2010

    "Sie verfügen erwiesenermaßen über die exakt gleiche Lesekompetenz, ja, über die gleiche Intelligenz: Dennoch haben in Sachsen Kinder aus der sogenannten Mittel- und Unterschicht viermal schlechtere Chancen, von ihren Lehrern eine Empfehlung fürs Gymnasium zu erhalten als Kinder von Akademikern."
    Mit Tabelle der Bundesländerergebnisse! – mehr
  • Stuttgarter Zeitung: Empirie und Menschenverstand – 22.04.2010
    "Weit hinten rangiert Deutschland bei der Internetnutzung in den Grundschulen. Fast 42 Prozent der Viertklässler wurden im Erhebungszeitraum von Lehrern unterrichtet, die nie oder fast nie das Internet zur Recherche einsetzen. In England waren das 1,9 Prozent, der europäische Durchschnitt liegt bei 30,1 Prozent." – mehr

Die Herausforderung: Armut und Migrationshintergrund

  • Nürnberger Nachrichten:
    Fast jedes vierte in Kind in Hartz-IV-Haushalt
    – 21.04.2010
    "Lebt doch
    in der Stadt fast jedes vierte Kind in einem Hartz-IV-Haushalt. Einmal
    mehr im Brennpunkt: das Schulsystem. Statt ungleiche Startchancen
    tendenziell auszugleichen, verschärft es die sozialen Unterschiede sogar
    noch."  – mehr
  • Nürnberger Nachrichten:
    "Männliche Zuwanderer sind Verlierer in der Schule"
    – 21.01.2010
    Bei einer Aussprache über den Bildungsbericht Bayern 2009 (ISB
    München – mehr)
    im Bildungsausschuss des bayerischen Landtags berichtete
    Bildungsminister Ludwig Spaenle, dass Jungen mit Migrationshintergrund
    in Bayern die meisten Schulabbrecher stellten und die niedrigsten
    Schulabschlüsse erzielten.
    "Fast die Hälfte der ausländischen Jugendlichen beendet die Schule mit
    dem Hauptschulabschluss. Dagegen schaffen knapp zwei Drittel der
    deutschen Jugendlichen Abitur oder Realschulabschluss. Spaenle will das
    ändern. ‘Wir müssen die Unterschiede abbauen’." – mehr
  • Nürnberger Nachrichten:
    "Erwachsene holen Schulabschluss nach"
    – 22.01.2010

    "Seit einem Jahr haben all jene, die auf dem regulären Weg scheitern,
    sogar einen Anspruch darauf, den Hautpschulabschluss nachträglich zu
    erwerben … Immerhin 50 Prozent der Arbeitslosen im Bezirk Nürnberg
    haben keine Berufsausbildung, acht Prozent aller Hauptschüler in
    Nürnberg verlassen die Schule ohne Abschluss." – mehr

Familiäre Auswirkungen

  • Pressetext: Burnout der Eltern
    steckt auch Kinder an
    – 19.01.2010
    Burnout wirkt in der Familie weiter, so das Ergebnis einer finnischen
    Studie. "’Eltern mit Burnout widmen den Kindern
    weniger Aufmerksamkeit und haben oft einen negativen Erziehungsstil’,
    so die Studienleiterin. Auch finanzielle Probleme der Familie
    dürften eine Rolle spielen, da sie den Schweregrad des Burnouts
    oft mitbestimmen." – mehr
  •  Nürnberger Nachrichten: Vom
    Opfer zum Täter
    – 22.01.2010
    "Der kleine Christian wuchs zweisprachig auf, doch als er sprechen
    konnte, verdrosch ihn der Vater für jedes deutsche Wort, das er
    aussprach … oft musste
    das misshandelte Kind zu den Ärzten gebracht werden. …. F., so …
    wurde lange gehänselt – bis er lernte, seine Unsicherheit mit
    dominantem und aggressivem Auftreten zu überspielen. Die Folge: Ein
    Vorstrafenregister voller Gewalttaten." – mehr
  • Nürnberger Nachrichten:
    "Die
    Schere geht immer weiter auf"
    – 21.01.2010
    "Fakt ist aber, dass sozial schwächere Kinder und Jugendliche, etwa
    mit Migrationshintergrund, oft nicht die gleichen Entwicklungschancen
    wie ihre Altersgenossen haben und sich diese Schere weiter öffnet.
    Ihnen mangelt es an gesellschaftlicher Teilhabe, es fehlt an Bildung,
    und sie leiden verstärkt unter psychosozialen Erkrankungen." – mehr
  • Kindergartenpädagogik –
    Online-Handbuch:

    Familien mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen – mehr

 

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