Digitale Medien und Unterricht sind noch immer getrennte Welten – zumindest in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von D21. Das hänge auch damit zusammen, dass die Lehrkräfte wenig Möglichkeit für innovatives Vorgehen hätten, so Hannes Schwaderer, D21-Präsident und Deutschlandchef beim Chiphersteller Intel. 

 

  • WELT: Deutsche Schulen bei der PC-Nutzung Schlusslicht
    "’Obwohl Deutschland eine der stärksten Wirtschaftsnationen
    ist, sind wir, wenn es um digitale Medien in der Schule geht, Letzter
    im OECD-Vergleich’, sagte Hannes Schwaderer, D21-Präsident
    und Deutschlandchef beim Chiphersteller Intel. ‘In Ländern
    wie Ungarn, Dänemark oder die Niederlande klappt das
    besser.’" – mehr

Studie "Deutschlands beste Lehrkräfte"

Die Studie, die rpi-virtuell vorliegt, ist eine repräsentative Befragung und wurde am 11. Januar für die Initiative D21 erstellt. Sie kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Zwei Drittel der Eltern halten es für sehr wichtig, dass ihre Kinder lernen, kompetent und kritisch mit dem Internet und seinen Möglichkeiten umzugehen.
  • Die Verantwortung für Verbesserungen wird von mehr als zwei Dritteln der Befragten vor allem bei den Kultusministerien, bei der jeweiligen Schulleitung und den Schulträgern gesehen.
  • Bei 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler findet der Computer im Allgemeinunterricht gar keinen Einsatz. In 17 Prozent der Schulen stehen für SchülerInnen keine Rechner zur Verfügung.
  • Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler müssen immer noch in einen Computerraum oder in die Bibliothek, um Zugriff auf einen Rechner zu bekommen.
  • Nur an 15 Prozent der Schulen dürfen SchülerInnen ihren eigenen Rechner im Unterricht nutzen.
  • Rund die Hälfte der Eltern und SchülerInnen sagen, die Lehrkräfte setzen sich für die Vermittlung von Medienkompetenz noch nicht optimal ein – und kennen sich auch nicht gut genug aus. Jeder siebte Befragte sagt sogar, die Computerkenntnisse der Unterrichtenden seien "schlecht".

Mehr Information: 

  • Iniative D21: "Eltern fordern Verbesserungen bei IT im Unterricht" mehr

Computernutzung von Fünf- bis Fünfzehnjährigen in Deutschland (2008)

Eine Sonderstudie der Initiative D21 und TNS Infratest zum (N)onlineer Atlas 2008 kam zu folgenden Ergebnissen:

  • Insgesamt 90,2 Prozent der Heranwachsenden zwischen 5 und 15 Jahren in Deutschland nutzen einen PC. Dabei hat ein großer Teil Zugriff auf einen gemeinschaftlichen PC im Haushalt. Über ein Drittel verfügt jedoch über einen eigenen Computer.
  • GymnasialschülerInnen haben zu 98,5 Prozent einen Computer zu Hause.
  • Mädchen nutzen das Gerät häufiger für Kommunikation (Instant Messaging und Chat). Jungen spielen verstärkt Computerspiele. Die Internetsuche ist die häufigste Anwendung und wird von beiden Geschlechtern praktisch gleich genutzt.
  • Statistisch gesehen lassen sich Zusammenhänge feststellen: Die Möglichkeit, zu Hause einen Computer nutzen zu können, geht mit deutlich besseren Schulleistungen einher.

Aus dem Vorwort der Studie:
Der Zugang zu Computern hat sich verbessert. Doch den Kindern und Jugendlichen "wird zu wenig vermittelt, wie der
Computer als effektives Mittel zum Zweck der Kommunikation und
Wissensbeschaffung genutzt werden kann. Dieser qualitative Ansatz, also
der kompetente Umgang mit dem Computer und dem Internet, wird von
Eltern, Lehrern und Erziehern noch zu wenig beachtet."

  • Bildung via Internet: Wie vernetzt sind Deutschlands Kinder?
    Sonderstudie im Rahmen des (N)onlineer Atlas 2008 – mehr
Kategorien: Medien