In der KircheAus Kirchenferne kann Kirchennähe werden. Dabei dauert es im Durchschnitt zwölf Jahre, bis Menschen in
der Lebensmitte Wege zu Gott finden. Zu diesem Ergebnis kommt eine
Studie des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung
in Greifswald (IEEG). Erste Erkenntnisse zur Frage, wie Erwachsene zum Glauben
finden, wurden im November vorgestellt.

 

 

Forscherteam befragte 500 Frauen und Männer
"Mission is possible. Wir brauchen aber missionarische
Geduld", erklärte Michael Herbst, Institutsdirektor und Theologieprofessor
an der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.
Unter seiner Leitung hat ein Forscherteam rund 500 Frauen
und Männer aus ganz Deutschland befragt, die den Glauben für sich entdeckt
haben, darunter auch Menschen, die ohne Bezug zu Kirche und Religion
aufgewachsen sind. Der Studie zufolge dauert es rund zwölf Jahre von der ersten
Begegnung mit Christen bis zur Hinwendung zum Glauben.

Menschen können nur einzeln gewonnen werden
Das Durchschnittsalter der Befragten liegt bei 41 Jahren.
Zwei Drittel haben sich schrittweise, also ohne tiefe Krise, der Religion
zugewandt. Am Anfang stehen Gespräche mit überzeugten Freunden oder
ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Kirche. Glaubenskurse, in denen Lebensfragen
diskutiert und auf die biblische Botschaft bezogen werden, werden als hilfreich
und unterstützend empfunden.
"Die Kirchen haben die Menschen massenweise
verloren – wir werden sie nur einzeln zurückgewinnen", so das Fazit von
Institutsdirektor Michael Herbst. Er forderte, Kirchengemeinden sollten deshalb
mehr auf distanzierte Personen zugehen und sie einladen, sich mit dem
Evangelium zu beschäftigen.

Veröffentlichung für 2010 vorgesehen
Die Befragung wurde 2008/2009 durchgeführt, die
Veröffentlichung in Buchform ist für 2010 vorgesehen. Ein Reader mit
Vorüberlegungen und Zwischenergebnisse der Studie ist online zugänglich.

An der Studie beteiligt haben sich die Evangelisch-lutherischen Kirche
Mecklenburg, die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelisch-lutherische
Landeskirche Sachsen, die Evangelische Landeskirche in Württemberg. Die
Ergebnisse der Studie sind von Bedeutung für die Gemeinden vor Ort sowie für
die Kirchenleitungen. Denn damit ist die Frage verbunden, wie personelle und knapper
werdende finanzielle Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden sollen.
Von
besonderer Bedeutung für die Realisierung war eine Förderung durch die
Deichmann-Stiftung.

Weiterlesen

  • Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung
    in Greifswald (IEEG) – mehr
  • IEEG:"Wie finden Erwachsene zum Glauben?"
    Reader (September 2009) – mehr
Kategorien: News