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Islamische Lehrerausbildung in Münster gefährdet?

Der seit 2004 an der Uni Münster bestehende Studiengang für
islamische Religionslehrer, der erste seiner Art in Deutschland, ist in
schweres Fahrwasser geraten. Die deutschen Islamverbände haben sich im
Protest gegen theologische Auffassungen des Lehrstuhlinhaber Prof.
Muhammad Sven Kalisch aus dem Beirat des Fachbereichs zurückgezogen.

Historisch-kritische Positionen zum Koran
Offenkundig
gehen Kalischs historisch-kritische Positionen zu Koran und der
Überlieferung zum Profeten Mohammed den Islamverbänden zu weit: "Es
kann nicht widerlegt werden, dass Mohammed
gelebt hat, aber auch nicht bewiesen".

Kalisch neigt "zunehmend
dazu, anzunehmen, dass er nicht gelebt hat, jedenfalls nicht so, wie
ihn der Koran und die Hadithe, die Überlieferungen, beschreiben",
berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Jetzt findet Kalisch es "schade, dass sich die Verbände der
Herausforderung einer historisch-kritischen Theologie nicht stellen", wie er der WELT erklärte.

Akzeptanz der islamischen Verbände nötig
Ohne die Akzeptanz der islamische Verbände ist offenkundig das Projekt der islamischen Religionspädagogik nicht durchführbar. Dies entspricht weithin der Situation in der Universitätsausbildung christlicher Theologen.

Die
Universität Münster  hat bereits auf die Entwicklung reagiert und vorläufig dem
Islamwissenschaftler Mark Chalil Bodenstein die Verwaltung der
Professur für Islamische Religionspädagogik übertragen.

  • WAZ: Lehrerausbildung für Islamunterricht auf der Kippe – mehr
  • Südddeutsche Zeitung: Gefährliche These – mehr
  • islam.de:
    Muslime distanzieren sich vom Münsteraner "Islam"-Lehrstuhl – mehr
  • WELT: Islam-Forscher Muhammad Kalisch:
    "Deutsche Islam-Verbände sind zu unkritisch" – mehr
  • Kölner Stadtanzeiger:
    Moslemverbände ziehen sich zurück – mehr
  • Spiegel:
    Islamverbände beenden Zusammenarbeit mit einzigem Institut – mehr