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"Kirchen entdecken" – Ein Online-Seminar im Rückblick

 Vom 05. Mai – 01. Juni 2008 führte das RPZ Schönberg in Kooperation mit rpi-virtuell das erste Modul in der neuen Reihe "Update" durch. In dem vierwöchigen Online-Seminar ging es um Kirchenpädagogik. Inzwischen liegt die Evaluation vor und bietet Einblick, wie das Seminar "ankam."

 

 

 

Uwe Martini: "Erfolgreiches Pilotprojekt!"

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Uwe Martini"Ich will kurze Module. Unterrichtende sollen sich neue Impulse für ihren Unterricht holen. Und gleichzeitig Medienkompetenz erwerben! Und das in einem überschaubaren Zeitraum." So die Forderung von Uwe Martini, Direktor des RPZ Schönberg.

So entstand das Konzept der Reihe "Update. Online-Lernangebote für die religionspädagogische Praxis". In jeweils vierwöchigen Onlineseminaren bekommen die Teilnehmenden wissenschaftlichen Input zu einem Kernthema des RU und entwickeln dazu praxisorientierte Unterrichtsbausteine.
Der veranschlagte Zeitbedarf beträgt etwa vier Stunden pro Woche. Damit entspricht das einmonatige Online-Seminar vom Zeitaufwand her etwa einem Wochenendlehrgang von Freitag Mittag bis Sonntag Mittag.

Format hat sich bewährt:
Online unterstützte Angebote werden fortgeführt

"Das Format hat sich bewährt", so Uwe Martini. "Mit diesem Seminar haben wir als RPZ Neuland in der
religionspädagogischen Fortbildungslandschaft betreten. Das war auch ein Wagnis. Der Erfolg gibt uns Recht und ermutigt uns den
eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

In Zukunft wird das online unterstützte
Lernen in der religionspädagogischen Fortbildung nicht mehr wegzudenken sein.
Wir werden im RPZ weiter mit neuen Formen der Arbeit experimentieren und die
errreichten Erfolge ausbauen.
OUL wird Präsenzlernen nicht ersetzen. Aber es
wird seinen strategischen Ort in der Qualifizierung unserer Lehrkräfte im Fach
Religion einnehmen. 
 
Positive Erfahrungen mit der Lernplattform rpi-virtuell
Erwähnen will ich auch die hilfreiche Beratung und Kooperation durch Julia Born und die
Anbindung an rpi-virtuell. Es gab fast keine technischen Probleme, die die Lernprozesse
behindert hätten. Die vielseitigen
Möglichkeiten der Plattform rpi-virtuell wurden in der Auswertung hervorgehoben."
  • "Kirchen entdecken" – Seminarausschreibung: mehr
    05. Mai – 01. Juni 2008


Seminarleiterin Gabriele Sies: "Mit dem Konzept auf einem guten Weg!"

Gabriele SiesSeminarleiterin Gabriele Sies, Referentin für die Sekundarstufe I am RPZ Schönberg, blickt auf die vier Wochen zurück:

"Ich war positiv überrascht über den anregenden Verlauf des Seminars. Lernangebote wurden aufgegriffen: Es gab eine sehr intensive und bereichernden Austausch im Forum, das Wiki wurde bearbeitet, Mindmaps wurden erstellt. Von unseren angemeldeten 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben 11 eine Projektskizze zu einer konkreten Kirche und Lerngruppe erarbeitet und dem Seminar zur Verfügung gestellt. Ich bin stolz auf dies Ergebnis!

Bereichernd war für mich auch die Zusammenarbeit im Team bei der Vorbereitung und Durchführung des Seminars. Online-Seminare sind ja etwas ganz Neues, und sie funktionieren nur in gemeinsamer Zusammenarbeit. Genaue Planung, bis ins Detail, klare Absprachen und regelmäßiger Austausch sind entscheidend für den Erfolg. Das wurde hier deutlich.

Die Rückmeldungen zeigen uns, dass wir mit dem Konzept auf einem guten Weg sind. Ich freue mich schon auf das kommende Seminarmodul zum Thema Luther. Wo es auch darum gehen wird, welche Aktualität diese Gestalt aus der Vergangenheit für uns – und für unsere Schülerinnen und Schüler hat!"

  • Jetzt anmelden!Luther entdecken
    Modul 2 in der Reihe "Update"
    25. August – 21. September 2008 – mehr


Das sagten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

MausklickZur Kommunikation im Seminar
Das Seminar startete mit einem Austausch über das Kirchenverständnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Was ist für dich ein ‘religiöser Raum’?" Die Kommunikation im Forum begleitete das Seminar dann die vier Wochen hindurch.
Dieser Austausch wurde sehr positiv bewertet. Gleichzeitig gab es Seminarmitglieder, die sich daran wenig beteiligten. Das weckte Enttäuschung bei den anderen. Hier liegt noch eine Aufgabe für die Moderation.

  • "Ich fand die Diskussionen im Forum sehr anregend und vor allem auf einem hohen Reflexionsniveau."
  • "Besonders positiv fand ich wirklich die intensiven Diskussionen im Forum über religiöse/sakrale Räume." 
  • "war spannend", "da habe ich viel gelernt"
  • "Eigentlich habe ich fast jeden Tag einmal geschaut, ob es neue Beiträge im Forum oder Wiki gibt und sie dann gelesen."

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich sehr zurückhaltend an diesem Austausch.

  • "Einige der Teilnehmenden waren überhaupt nicht wahrzunehmen. Das war schade."
  • "Mir hat von manchen Teilnehmern eine intensivere Kommunikationsbereitschaft gefehlt."
  • "Im Begrüßungsforum stellen sich alle Leute vor, aber dann hört man nichts mehr von ihnen, das war schade."


Mausklick
Zum wissenschaftlichen Input

Als wissenschaftlichen Input gab es einen Vortrag (Audiodatei) von Prof. Dr. Franz-Heinrich Beyer (Ruhr-Universität Bochum) mit dazu gehörigem Skript zum Nachlesen. Der Schwerpunkt lag dabei auf Hintergrundinformation, die methodische Umsetzung war nachgeordnet.

  • Der Vortrag mich dazu gebracht, "darüber nachzudenken, welche Ziele und Ansätze ich selbst eigentlich im Rahmen der Kirchenraumpädagogik verfolge. Mir ist durch den Vortrag erst bewusst geworden, welche unterschiedlichen theologischen und pädagogischen Perspektiven man diesbezüglich einnehmen kann."
  • "war eine gute strukturierte Zusammenfassung"; "hat mir viele Hintergrundinformationen zugänglich gemacht"
  • "Zu manchen Ansätzen hätte ich mir noch konkretere methodische Vorschläge gewünscht."


MausklickZur Umsetzung als Unterrichtsprojekt
An die gewünschte Konkretion ging es in der zweiten Seminarhälfte. Da entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Partnerarbeit Konzepte für die Umsetzung in ihrem Unterricht.

  • "Habe ein konkretes Unterrichtsprojekt geplant und bin mir dazu über meine eigenen Schwerpunkte klar geworden. Ich möchte die Skizze gerne noch ausarbeiten und hoffe, dazu genügend Zeit in näherer Zukunft zu finden."
  • "Die Notwendigkeit, sehr konkret zu arbeiten war gut, nur so, kann man, denke ich, Unterricht vorbereiten." 
  • Ich finde es gut, dass "ich die Unterrichtsskizze in der Schule nutzen kann und mich das dort entlastet."

Auch die Zusammenarbeit mit einem Partner bzw. einer Partnerin wurde als positiv empfunden:

  • "Besonders gefallen hat mir der Austausch mit meiner Projektpartnerin, da sie mir noch eine sehr gute Idee zur Umsetzung gegeben hat."
  • "Der Kontakt mit meinem Projektpartner hat Spaß gemacht – wir hatten wohl beide Glück, gerade "uns" zugeteilt zu sein."
  • In einzelnen Fällen gelang die Kontaktaufnahme leider nicht:
    "Schade, dass sich meine Partnerin nicht gemeldet hat."

Insgesamt wurde in der Evaluation ein positives Fazit gezogen:

  • "Den nächsten Kirchenbesuch mit einer Schulklasse werde ich deutlich leichter vorbereiten und durchführen können, weil ich viele Anregungen erhalten habe, was man mit einer Lerngruppe dort machen kann."
  • "Beim Besuch einer Kirche werde ich in Zukunft auf andere, zusätzliche Dinge achten."
  • Kritisch äußerte sich jedoch ein Teilnehmer, der das Online-Seminar mit einer zweijährigen Ausbildung zum Kirchenführer verglich:
    "Neue Anregungen habe ich leider nicht erhalten. Inhaltlich sind wir leider nur an der Oberfläche geblieben … da umfassende Informationen nicht vermittelt worden sind."


MausklickZum Thema Online-Lernen
Online-Lernen und Online-Kommunikation sind für viele ungewohnt. Auch für einen großen Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war dies durchaus neu. Sie kamen erstaunlich gut zurecht:

  • "Ich weiß jetzt, wie Online-Lernen funktioniert und traue mir durchaus zu, ein weiteres Seminar mitzumachen."
  • "Die Konzeption hat mir gut gefallen. Nach dieser ersten Erfahrung wird ein zweites Seminar sicherlich mit weniger Zeitaufwand für die technische Seite verlaufen."
  • "Für mich ist online- Lernen als Fortbildungsmöglichkeit interessant geworden und es hat mich gewundert, wie einfach die Kommunikation sein kann."

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen deutliche Vorteile dieser Art des Lernens:

  • "Eine Fortbildung von zu Hause aus wahrzunehmen. Etwas für meine Interessen zu tun. Mich in einen Kommunikationsprozess einzubringen. Mich an "Computerprobleme" zu wagen und nicht aufzugeben (Mindmap, Hochladen von Dateien…). Eine Skizze zu erstellen, die ich weiterentwickeln möchte. All das habe ich erreicht."
  • "Die freie Zeiteinteilung. Ich konnte so lange darüber nachdenken, was ich lese und was ich schreibe, wie ich wollte. Ich habe es als recht selbstbestimmt empfunden im Gegensatz zu herkömmlichen Seminaren. Beim Lesen lerne ich mehr als beim Zuhören im herkömmlichen Seminar."
  • "Die Möglichkeit, jederzeit ‘mitzumachen’ ist schon toll, ich konnte immer dann an den PC, wenn meine Kinder es zuließen und musste nicht zu bestimmten Zeiten präsent sein."
  • "Ich habe das Gefühl, hier erheblich mehr gelernt zu haben als bei "normalen" Fortbildungen, was aber auch vor allem am inhaltlichen Niveau unserer Diskussionen liegt. Aber vielleicht ist es so, dass durch die Verschriftlichungen einfach tiefergehend diskutiert werden kann und man nicht so an der Oberfläche bleibt, weil man genauer durchdenkt, was man mitteilen möchte."
  • "Ich habe von dem Seminar viel profitiert und gelernt. Ich möchte mich dafür bedanken, dass es dieses Seminar in dieser Form gab, da es für mich in Elternzeit sehr schwer zu organisieren gewesen wäre mehrere Tage auf Fortbildung zu sein."


Am PCFazit
Was nehmen wir uns für das nächste Seminar mit?
Drei Aufgabenstellungen haben sich für die nächsten Seminare herauskristallisiert:

  • das Anbahnen der Projektpartnerschaften noch mehr zu unterstützen
  • den Austausch im Seminarforum weiter zu fördern und "stumme" Teilnehmende zur Mitwirkung zu motivieren
  • zu vermitteln, dass das vierwöchige, berufsbegleitende Format von Umfang und Tiefe her kein Intensivlehrgang sein kann.

Gleichzeitig macht die Auswertung deutlich,

  • dass die Vorteile des Online-Lernens – selbstbestimmtes Lernen, die Möglichkeit zu intensiver Auseinandersetzung mit den Inhalten, die freie Zeiteinteilung –  für die Teilnehmenden greifbar werden.
  • dass Online-Seminare für viele, die aus familiären oder anderen Gründen nicht an Präsenzterminen teilnehmen können, eine neue Chance sind.
  • dass mit entsprechender Unterstützung auch weniger Erfahrene im Umgang mit Computern Spaß an dieser Form des Lernens finden.
  • dass die vielseitigen Aktivitäten im Seminar eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten fördern.
  • dass der personenbezogene Zugang, den wir für die Auseinandersetzung mit Unterrichtsthemen gewählt haben, sich bewährt hat.

Wir freuen uns auf die kommenden Update-Seminare!

  • Artikel als PDF-Datei: mehr

Julia Born, Gabriele Sies 

Steigen Sie mit ein ins Online-Lernen!

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    Modul 2 in der Reihe "Update"
    25. August – 21. September 2008 – mehr
  • Modul B: Online-Moderator/in
    Lernprozesse
    begleiten

    15. September – 30. November 2008
    Julia Born,
    Frank Wessel – mehr